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Ein Tag am Flugplatz
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Autor: Immanuel Neumann
"Ausräumen"
Um ca. 9:00 Uhr treffen die ersten flugbegeisterten Schüler und Scheinpiloten ein.
Scheinpiloten nennen wir diejenigen, die schon einen Segelflugschein besitzen. Sie sind neben
den Fluglehrern eine gute Anlaufstelle für Fragen zum Flugbetrieb und geben immer gerne Auskunft.
Man kann den Tag zwar gemütlich angehen lassen aber immer im Hinterkopf behalten:
Je früher wir mit dem Aufbau des Flugbetriebes fertig sind, desto länger können wir fliegen! |

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Um überhaupt fliegen zu können, braucht ein Segelflieger einen Windenfahrer (Schlepppiloten), Seilrückholer, Flächenhalter und einen Startschreiber, also mindestens noch 4 Helfer. Alles
Aufgaben können nach und nach von jedem übernommen werden, man wird zu einem richtigen Allround-Talent! Unsere Fluglehrer schulen ehrenamtlich und sind hoch motiviert.
Bevor wir fliegen können, steht
aber noch Einiges an: Zuerst werden unsere Babys (Segelflugzeuge) aufgerüstet, mit Fallschirm, Bord-Akku fürs
Funkgerät, Logger und Bordbuch.
Danach können alle Flieger aus
der Halle geräumt werden. Keine einfache Angelegenheit, aber Teamwork und eine
gute Aufgabenverteilung gehören zu den Eigenschaften eines guten Segelfliegers. Wer in
dieser Hinsicht noch nicht soviel drauf hat, lernt hier hervorragend! Währenddessen werden
alle Fahrzeuge vorgefahren: Seilrückholer, Startwagen, Seilwinde und Buggy
zum Flieger schleppen. |
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Nachdem dann noch die Start- und Landerichtung feststeht geht’s um ca. 10:00 Uhr auf zum
Startplatz. Die Startrichtung wird je nach Windrichtung festgelegt, da jedes Flugzeug
möglichst gegen den Wind starten sollte. Die Flieger ziehen wir meist mit unseren Buggy an den Start. Wenn es nicht zu heiß oder
kalt ist schieben wir sie auch, heißt ja Luftsport! |
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Sind die ersten Flieger am Start angekommen,
werden sie gründlich von vorne bis hinten durch gecheckt. Auch unser kleiner mobiler Tower wird an den Start gefahren.Von einer Kanzel aus können wir mit der Seilwinde und den Fliegern funken und alle Start- und
Landezeiten aufschreiben.
Der Fahrer legt dann noch das Lande-T aus und stellt Absperrungen auf.
Gleichzeitig fährt der Windenfahrer unsere Winde an das
andere Bahnende. Diese wird natürlich auch gecheckt und abgesperrt! Jetzt kann unser Seilrückholer
die Stahlschleppseile ausziehen und auf Risse überprüfen. Das heißt 1000m hin zum Start und
noch einmal im Schritttempo zurück. Sicherheit hat eben Vorrang! Wenn der Windenfahrer dann noch
über Funk Bescheid gegeben hat, mit welchem Seil zuerst geschleppt wird, – je nach Windrichtung -
ist die Winde startklar! |

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Briefing |
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Das Briefing durch einen Fluglehrer vor Flugbeginn dient dazu, den ganzen Ablauf noch mal
gründlich durch zu gehen. Es ist für Scheinpiloten genau so wichtig wie für Flugschüler.
Das Wetter und andere Besonderheiten werden geklärt,z. B. wie viele Schüler und Scheinpiloten
anwesend sind oder wer welche Aufgaben übernehmen kann. Hier wird auch immer das Thema Sicherheit
angesprochen. Immer die Augen offen halten! |
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Flugbetrieb (ca. 11:00)
Wenn endlich alles geklärt ist, geht der erste Start an der Winde hoch. In 400m über Grund
klinkt das Schleppseil automatisch vom Flieger aus, jetzt heißt es: „So lange oben bleiben
wie möglich!“ In der Regel schraubt sich ein Segelflieger mehr oder weniger spiralförmig
in der Thermik nach oben. Mit einem durchschnittlichen Thermikbeginn
um ca. 11:00 können die ersten Flüge durchaus bereits länger dauern. Natürlich ist das stark
wetterabhängig. |
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Während die Lehrer mit den neueren Schülern an deren fliegerischem Feinschliff
arbeiten, machen die Scheinpiloten schon mal längere Ausflüge über dem Münchner Norden und
vielleicht auch weiter. Das hängt, wie schon gesagt, viel vom Wetter ab. Die richtige
Streckenflugsaison hat ihren Höhepunkt im Juli! Fortgeschrittene Schüler machen auch
schon ihre eigenen Erfahrungen im Alleinflug, in Platznähe unter der Beobachtung eines
Fluglehrers.
So läuft
der Tag dahin mit viel Spaß, Schweiß und Fliegen. Abwechselnd werden mal die
Flieger an den Start zurück gezogen, die Schleppseile ausgefahren und
Startzeiten aufgeschrieben. |

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Ein Windenfahrer
wird zwar fest eingeteilt, sollte aber auch gelegentlich abgelöst werden. Der Flugplatz ist auch ein tolles Gelände fürs Autofahren.
Natürlich dient dies in erster Linie dem Zweck, aber macht trotzdem Spaß.Zwischendurch bleibt
einem auch Zeit zum Essen und Trinken. Das ist mindestens genauso wichtig um fit und wach
zu bleiben. |
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Flugbetriebsende
Spätestens um 1900 Uhr muss der Flugbetrieb beendet werden. Je nachdem wie das Wetter mitspielt
und wie viele Leute noch Lust und Laune haben kann aber auch schon früher Schluss sein. Fakt
ist, dass wir nach Sunset nicht mehr starten dürfen.
Jetzt wird natürlich alles wieder schön verstaut. Die Flieger kommen alle zum Ausräumen und
Waschen vor die Halle. Die Seilwinde wird auch wieder zurück kutschiert, neu aufgetankt und
in die Halle gefahren, ebenso der Startwagen, Buggy und der Seil-Jeep.
Schließlich können dann auch die geputzten Flieger wieder in die Halle geräumt werden. Hier
packen noch mal alle mit an, dann geht’s schneller. |
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Zwar haben die wenigsten noch Lust, trotzdem: Hier ist Durchhalten angesagt!
Zum Schluss kommen noch ein paar Formalitäten.
Jedes Flugzeug hat ein Bordbuch, in dem alle Flüge dokumentiert werden. Zusätzlich führt
jeder Pilot, auch Flugschüler, ein Flugbuch für seine persönlichen Flüge. So kommen die
Flugstunden zusammen. Die Schüler haben noch einen Ausbildungsnachweis, welcher von den
Lehren aktualisiert wird. |
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Jetzt kann man endgültig sagen: „Das war’s!“
Was jetzt noch kommt, bleibt offen. Die einen wollen sofort nach Hause und ins Bett,
was sehr verständlich ist, und die andern bleiben noch und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Da wir primär am Wochenende fliegen, können auch alle Schüler mit gutem Gewissen ein bisschen
länger bleiben. Unser Abendessen besteht meistens aus Pizza oder auch mal Grillen, die
schönsten Abende. |

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Das ganze gehört zu einem guten Vereinsleben einfach dazu. Ich sage nur:
„Fliegergeschichten!“
Fazit: ein zeitaufwendiges, aber packendes und erlebnisreiches Hobby, mit Menschen für
Menschen. Übrigens: Unsere älteste Schülerin ist um die 40, es ist also nie zu spät zum anfangen! |
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